MINT auf Schlössern

MINT versteckt sich mit Erfolg überall! Von der Konstruktion zukunftsweisender Elektromobile bis hin zur Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs“ (FAS 29./30.10.2011). Michael Dams, Geschäftsführer von National Instruments, stellt mit diesen Worten geradezu leidenschaftlich die Vielfalt der Möglichkeiten in den sog. MINT-Berufsfeldern heraus und das hat seinen guten Grund. Seit Jahren hat die Wirtschaft in Deutschland mit einem Fachkräftemangel in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen zu kämpfen und es ist davon auszugehen, dass diese MINT-Lücke trotz vielfältiger Anstrengungen und neuer Denk- und Lösungsansätze (wie z.B. die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften) wohl auch in Zukunft aufgrund des demographischen Wandels nur schwer zu schließen sein wird.

Die „Stiftung Jugend & Schlösser“ möchte einen Beitrag zur Verbesserung dieser schwierigen Situation leisten und sieht in den nächsten Jahren den Schwerpunkt ihrer Förderarbeit im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.
Im Schuljahr 2012/2013 führt die Stiftung das Jugendforschungsprojekt „MINT auf Schlössern“ durch, mit dem - entsprechend des Satzungsziels, junge Menschen nicht nur in ihrer beruflichen Orientierung und Weiterentwicklung, sondern auch im Hinblick auf ihre allgemeine Persönlichkeitsentwicklung zu fördern – die Heranführung der jungen Projektteilnehmer an die unterschiedlichsten MINT-Inhalte und die Vermittlung von Kultur und Geschichte auf einzigartige Art und Weise verbunden werden.
Projektleitung Dr. Ulrike Frede

Der Projektverlauf

Ca. 120 Schüler der gymnasialen Mittel- und Oberstufe, die kurz vor ihrer Berufs- bzw. Studienwahl stehen, werden zu Projekttagen auf sechs verschiedene „Schlösser“ („Schlösser“ steht im Folgenden ganz allgemein für historische Gebäudeanlagen) innerhalb Nordrhein-Westfalens eingeladen, um unter der Leitung des renommierten Schülerlabors NEAnderLab Experimente in den verschiedensten MINT-Bereichen durchzuführen. Dabei dienen die Gebäudeensembles mit ihrer spezifischen Geschichte und das damit verbundene regionale wirtschaftliche Umfeld in Vergangenheit und Gegenwart selbst als Untersuchungsobjekte. Themen wie z.B. „Die frühere und heutige Energieversorgung auf Schlössern“, „Kerzenlicht und moderne Beleuchtung“, „das Schloss als Biotop“, „Historische Waffen und MINT“, die „Bestimmung von Verwandtschaftsverhältnissen mit modernen molekularbiologischen Methoden sollen den jungen Teilnehmern verdeutlichen, wie sehr MINT das Leben der Menschen bestimmt und wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten im MINT-Bereich sind.

Zur Dokumentation des Gesamtprojektes werden die Projekttage in den jeweiligen Schulen nachgearbeitet und eine Broschüre mit Darstellungen der untersuchten historischen Anlagen, Berichten zu den MINT-Untersuchungen, sowie Listen der Teilnehmer und Sponsoren erarbeitet.

Nach der erfolgreichen Durchführung der sechs Projekttage treffen alle Teilnehmer auf einer geeigneten Schlossanlage zu einem Symposium zusammen, bei dem die verschiedenen Gruppen im großen Plenum „ihre“ Schlossanlagen und die damit verbundenen MINT-Untersuchungen in kurzen Vorträgen vorstellen und diskutieren.

Erwarteter Mehrwert bzw. Nachhaltigkeit des Projektes

Mit der Erforschung des ungewöhnlichen Untersuchungsobjektes „Schloss“ erfahren rund 120 junge Projektteilnehmer, wie sehr die mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fächer das tägliche Leben der Menschen bestimmen und wie viele Möglichkeiten sich gerade hier in beruflicher Hinsicht ergeben könnten; als Grundlage für die MINT-Untersuchungen begreifen sie aber auch das „Schloss“ als Träger von regionaler Geschichte und Kultur und damit als Teil ihrer eigenen Identität, ein wichtiger Aspekt für die Herausbildung einer gefestigten Persönlichkeit.

Teamarbeit und Teamgeist werden beim gemeinsamen Erarbeiten der Vorträge und den schriftlichen Zusammenfassungen zu den Erfahrungen der MINT-Projekttage für das abschließende Symposium bzw. die Projektbroschüre gefördert; für den Vortrag der Ergebnisse im großen Plenum üben die jungen Teilnehmer sich in Rhetorik, Diskussionskultur und sicherem Auftreten – Fähigkeiten, die ihnen in ihrer Ausbildung und ihrem zukünftigen beruflichen Leben zugute kommen.

Die an dem Projekt beteiligten Schulen erhalten die Möglichkeit, ohne große finanzielle Aufwendungen erste Erfahrungen mit MINT zu sammeln. Sie werden dazu angeregt, ihr Lernangebot zu erweitern, wobei die „Stiftung Jugend und Schlösser“ und das Schülerlabor NEAnderLab auch in Zukunft bereit sind, sie bei der Entwicklung von neuen Programmen und der Durchführung von MINT-Projekttagen zu unterstützen.

Die für das Pilotprojekt entwickelten Untersuchungsblöcke, die auf die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Schlosses zugeschnitten sind, können immer wieder von folgenden Schülergenerationen und selbstverständlich auch anderen Schulen in der Nähe des jeweiligen Schlosses für MINT-Projekttage genutzt werden.

Die Präsenz der zum Symposium geladenen Sponsoren birgt für Schulen und Schüler die Chance, sich durch besonders herausragende Leistungen positiv zu profilieren. Die in dem Projekt engagierten Wirtschaftsunternehmen erhalten einen Eindruck von den an MINT interessierten Schülern in ihrer direkten Umgebung; sie könnten so gezielter durch Praktikumsangebote u.ä. das Interesse für den eigenen Betriebszweig wecken.

Auch die Schlossbesitzer und –träger profitieren von ihrer Bereitschaft, ihr historisches Anwesen für das Jugendforschungsprojekt zur Verfügung zu stellen. Das „alte“ Schloss erscheint als „moderner“ Betrieb, der bereit ist, sich für die Belange der Jugend einzusetzen und auf dessen Areal die unterschiedlichsten Jugendveranstaltungen gebucht und durchgeführt werden können. Damit wird das „Schloss“ und sein Angebot auch ganz allgemein in die breite Öffentlichkeit getragen, so dass eine gesteigerte Belebung des Anwesens und damit auch wirtschaftlich nutzbarer Erträge zu erwarten sind.

Zu guter Letzt: Das Projekt „MINT auf Schlössern“ wurde durch die Stiftung als „Pilotprojekt“ entwickelt, das im Anschluss an die erstmalige Projektdurchführung im Schuljahr 2012/2013 in
die Breite getragen werden kann und soll. Die Stiftung Jugend & Schlösser würde sich sehr freuen, wenn sich auch andere gemeinnützige Stiftungen und Jugendeinrichtungen finden, die die Projektidee „MINT auf Schlössern“ aufnehmen und mit neuen Schulen und Schlössern umsetzen möchten – gerne auch weiterhin mit der Unterstützung des Schülerlabors NEAnderLab als auch der Stiftung Jugend & Schlösser.

Beteiligte Schulen und Schlösser und die für die Projekttage geplanten Termine und Untersuchungseinheiten

1. Fichte Gymnasium Hagen - Schloss Werdringen/ Hagen-Vorhalle
Projekttag vom 26. September 2012

2. Gymnasium Goch - Schloss Wissen / Weeze
Projekttag vom 30. Oktober 2012

3. Theodor-Fliedner-Gymnasium - Schloss Kalkum / Düsseldorf
Der Projekttag am 6. Mai 2013 musste leider abgesagt werden!

4. St. Pius Gymnasium in Coesfeld – Schloss Egelborg bei Legden
Der Projekttag findet am 4. Juni 2013 statt.

5. St. Antonius Gymnasium in Lüdinghausen – Burg Vischering in Lüdinghausen
Projekttag vom 22. Mai 2013.

6. Freiherr vom Stein Gymnasium in Hamm - Schloss Oberwerries in Hamm/Heessen
Projekttag vom 15. Mai 2013


Kontakt / Stellvertretende Vorstandsvorsitzende
Ellen Brinkhege
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